Farbverdünnung

„blau“ ist eine farbe. cda ist eine krankheit.

Verdünntes Fell wird als Modefarbe verkauft und ist für sich genommen kein Defekt. Ganze Rassen sind seit jeher so gefärbt. Kritisch wird es erst, wenn die Haut nicht mitkommt.

Weimaraner mit silbergrauem Fell steht im Profil vor karamellfarbenem Hintergrund
Ein Weimaraner. Das Silbergrau ist verdünntes Braun: bei dieser Rasse die normale Farbe, seit Generationen, mit gesunder Haut und dichtem Fell.

Was verdünnt heißt

ein gen, das die farbe aufhellt

Nahaufnahme von Schulter und Hals eines Hundes mit dichtem, gleichmäßigem grauem Kurzhaarfell
Verdünntes Fell, wie es sein soll: dicht, gleichmäßig, mit ruhiger Haut darunter.

Das Dilutions-Gen hellt vorhandenes Pigment auf: Aus Schwarz wird Blaugrau, aus Braun wird Silber oder Beige. Es erzeugt keine neue Farbe, es verdünnt die vorhandene. Daher der Name.

Genetisch schreibt man das d für die verdünnende Anlage und D für die unveränderte. Ein Hund mit d/d ist sichtbar verdünnt, ein Hund mit d/D trägt die Anlage, sieht man ihm aber nicht an.

Weimaraner im Profil
verdünnt Weimaraner. Das Grau ist aufgehelltes Braun.
Magyar Vizsla sitzt vor karamellfarbenem Hintergrund
unverdünnt Magyar Vizsla. Ähnlicher Bau, volles Pigment.
Schokoladenbrauner Labrador Retriever sitzt vor karamellfarbenem Hintergrund
unverdünnt Labrador in Schokobraun — dasselbe Braun, unaufgehellt.

Wo es kippt

wenn die haut nicht mitkommt

Bei manchen verdünnten Hunden bleibt das Haar nicht, wie es soll. Es wird dünn und brüchig, es fallen kahle Stellen aus, die Haut darunter ist gereizt. Das geschieht genau in den verdünnten Partien. Weiße oder unverdünnte Abzeichen am selben Tier bleiben unversehrt.

Dieses Krankheitsbild heißt Farbverdünnungsalopezie, kurz CDA. Es beginnt selten beim Welpen, sondern tritt in der Regel zwischen dem 6. und dem 24. Lebensmonat auf. Genau das macht es tückisch: Beim Kauf ist nichts zu sehen.

Heilbar ist es nicht. Behandelt wird, was die Haut beruhigt.

Flanke und Schulter eines blau gefärbten Whippets mit schütterem Fell und durchscheinender Haut in den grauen Partien
betroffen Das Haar steht nur noch spärlich, die Haut scheint durch, ausschließlich in den grauen Partien. Die weißen und beigen Stellen desselben Hundes sind unversehrt.
Flanke und Schulter eines blau gefärbten Whippets mit dichtem, gleichmäßigem Fell
unauffällig Dieselbe Farbe, dieselbe Körperstelle, gesunde Haarstruktur. Verdünnung allein sagt über die Haut noch nichts aus.

Nicht die Farbe ist das Problem. Sondern die Frage, ob die Haut sie trägt — und die stellt sich erst, wenn der Welpe längst verkauft ist.

Im Basisprogramm

was das präventionsprogramm verlangt

Die Farbverdünnung ist im Basisprogramm ausdrücklich geregelt, nicht als Geschmacksfrage, sondern als Untersuchungspflicht.

Diese Vorgaben stehen im Basisprogramm und gelten, sofern der rassespezifische Teil des jeweiligen Programms nichts anderes vorsieht. Rassen, deren Farbe seit jeher verdünnt ist, werden in ihrem eigenen Programmteil behandelt.

Warum die letzte Regel die wichtigste ist

ein test sagt, was möglich ist. nicht, was passiert

Der Gentest zeigt die Anlage. Ob daraus eine kranke Haut wird, zeigt er nicht. Dafür braucht es die Tiere selbst, über Jahre, aus mehreren Würfen.

Deshalb endet die Regel nicht beim Test. Sie endet bei der Beobachtung: Tritt CDA auf, ist diese Verpaarung erledigt. Damit greift das Programm auch dort, wo die Genetik noch keine Antwort hat.

voll
verdünnt

Verdünnung ist ein Übergang, kein Schalter. Dasselbe Pigment, nur weniger dicht in der Haarstruktur eingelagert: Das ist der ganze Unterschied. Und genau diese Struktur ist es, die bei CDA nachgibt.

Was auch dann noch offen bleibt

die erlaubte verpaarung ist keine garantie

Aus einer zulässigen Verpaarung können ebenfalls verdünnt gefärbte Welpen fallen. Das ist erlaubt und erwünscht, sonst verschwände die Farbe aus der Rasse. Nur: Auch bei diesen Welpen lässt sich nicht ausschließen, dass die Haut später Probleme macht. Der Test sagt, welche Anlagen vorliegen. Er sagt nicht, wie sich ein einzelnes Tier entwickelt.

Genau deshalb hört das Programm nach der Verpaarung nicht auf: Alle Nachkommen mit verdünnten Farben sind nach 12 und nach 24 Monaten auf Fellprobleme zu kontrollieren, unabhängig davon, aus welcher Verpaarung sie stammen. Diese beiden Termine sind kein Zufall: Sie liegen genau in der Spanne, in der CDA auftritt. Zeigt sich ein Verdacht, ist die Verpaarung gesperrt, bis ein negativer Befund vorliegt.

Ein Züchter, der nach diesem Programm arbeitet, hat also nicht nur vorher geprüft. Er schaut auch nach.

Und er sagt es Ihnen — schriftlich

Wer einen verdünnt gefärbten Welpen abgibt, sollte darüber aufklären, dass ein Restrisiko für Haut und Fell bleibt, und das im Kaufvertrag festhalten. Nicht als Absicherung gegen Sie, sondern damit Sie es wissen, bevor Sie sich entscheiden, und damit Sie in der Haut Ihres Hundes das Richtige beobachten.

Steht davon nichts im Vertrag und wurde davon auch nicht gesprochen, fehlt Ihnen diese Information nicht zufällig.

Der kürzeste Weg

fragen sie nach dem zertifikat, nicht nach der farbe

Sie können einem Welpen nicht ansehen, wie seine Haut mit zwei Jahren aussieht. Niemand kann das. Sie können aber nachsehen, ob vor der Verpaarung geprüft wurde, und ob es in dieser Linie schon einen Fall gab.

Beides steckt bereits im Qualzuchtpräventions­zertifikat. Sie müssen weder nach Gentests fragen noch Befunde lesen: Das Zertifikat gibt es nur für eine zulässige Verpaarung. Und eine Verpaarung, in der CDA aufgetreten ist, bleibt gesperrt.

  1. Lassen Sie sich das Qualzuchtpräventions­zertifikat Ihres Welpen geben — jeder Welpe hat sein eigenes. Mehr brauchen Sie nicht: Es steht für die geprüfte Verpaarung.
  2. Tippen Sie den Kontrollcode von der Urkunde auf der ZEUS-Website ein. Der QR-Code daneben ist nur die Abkürzung — die Nummer ist der Weg, den niemand umleiten kann. Für Sie kostenlos.
  3. Schauen Sie später hin: Zeigt Ihr Hund im ersten oder zweiten Lebensjahr Fellprobleme, sagen Sie es dem Züchter. Nur so kommt die Verpaarung auf den Prüfstand.
Zertifikat prüfen
ZEUS-Siegel Zuchttauglich — Approved for Breeding
voraussetzung, nicht ergebnis Dieses Siegel bekommt jedes Elterntier für sich, lange bevor die Farbe eines Welpen zur Debatte steht. Erst wenn es auf beiden Seiten vorliegt, wird über die Verpaarung entschieden — und erst danach kann ein Welpe sein Qualzuchtpräventions­zertifikat bekommen.

weitere themen

Verdünnt ist eine Farbe, CDA ist eine Diagnose — und der Unterschied zeigt sich erst zwischen dem 6. und dem 24. Lebensmonat. Wer gerade einen blauen oder silbernen Welpen sucht, sollte das vor dem Kauf gelesen haben.